
Ein Buch mit 100% glaubwürdigen Inhalt - Bei Prof. Dr. Werner Maser handelt es sich um einen allseits anerkannten Experten über die Hitlerzeit. Er war Testamentsvollstrecker der Hitler-Familie und hat viele Zeitzeugen persönlich gekannt. Maser hatte auch Zugang zu Archiven in der Sowjetunion bzw. Rußland und konnte dort Unterlagen persönlich einsehen. Er redet weder dem Volke nach dem Mund noch ließ er sich von staatlichen Stellen beeinflussen. Er schrieb seine Bücher auch nicht um daraus Bestseller zu machen, sondern um Aufklärung zu betreiben. Maser recherchiert wissenschaftlich und gibt für alles Quellen und Nachweise an.
Der Historische Mainstream - So könnte der alternative Titel von Werner Masers letzten Werk lauten. Dem Autor gelingt es anhand diverser Fakten und zahlreicher Originaldokumente eine Vielzahl von Ungereimtheiten anderer Historiker zu entlarven. Maser schildert in leicht verständlicher Weise, wie in den gängigsten Quellen statt akribischer Recherche mehr Assoziation, Behauptung und Wunschdenken die moderne Geschichtsschreibung dominieren und auf welch unseriöse Quellen zurückgegriffen wird.Der Teufel steckt im Detail oder in der zweckmäßigen Verdrehung von Tatsachen. Vom unbegründeten Revisionismus und böser Polemik lässt sich in diesem Buch nur wenig finden, dafür jedoch ein hohes Maß an Wissenschaftlichkeit, obwohl der Autor durchaus zur Überheblichkeit neigt. Nachvollziehbar, denn Maser zitiert nicht einfach zweifelhafte Quellen nach dem Spiegel oder Publikationen rechtsextremer Propaganda und Holocaustleugner, sondern unterzieht sie höchst kritischen Gegenüberstellungen, oft mit vernichtenden Urteilen. Der umstrittene Autor Joachim Hoffmann wird nicht etwa verteidigt, Maser bedient sich lediglich eines Auszugs aus dem Urteil des Freiburger Landgerichts über die Auseinandersetzung Hoffmanns mit seinem Vorgesetzten Dr. Deist, jedoch weniger in Bezug auf dessen These zum Präventivkrieg, sondern mehr als Beispiel für die Verleumdung, dem Weglassen widerlegender Fakten im Historischen Mainstream. Die Untaten des Nationalsozialistischen Regimes und der Sowjetunion werden nicht verharmlost sondern verifiziert.
Vorsicht! - Dieses Buch strotzt nur so von Fehlern und all dem, was Maser anderen Historikern vorwirft. Wer sich als einzig wahrer Historiker, der über alle anderen meint richten zu können, gebärdet, sollte seine Argumente wenigstens korrekt anbringen oder unterfüttern. Dies geschieht nicht. Wissenschaftlichkeit und Transparenz sucht man vergebens, das Buch gleicht eher einer Polemik gegen diejenigen, die ihn - zu Recht - misstrauisch beäugten. Maser hat kein Problem, historische Quellen nach dem Spiegel oder nach Schriften von Holocaustleugnern zu zitieren, wörtliche Zitate entweder nicht nachweisen, falsch oder unsinnig zu zitieren. Er verteidigt höchst obskure Autoren wie Joachim Hoffmann, der mit der absurden und direkt auf Goebbels und rechtsextremistische Propaganda zurückgehenden Behauptung, Hitler habe einen Präventivkrieg gegen die Sowjetunion geführt, sich vollkommen isoliert hatte und der dann auch unmittelbar ins Lager der Holocaustleugner abdriftete. Dieses Buch ist historisch und wissenschaftlich nicht verlässlich, und wer es liest, sollte sich dessen bewusst sein und Masers Angaben am besten kritisch überprüfen.
Mit offenen Karten! - Dass dieses Buch keinen einhelligen Beifall finden wird, ist mir bewusst. - mit diesen Worten beginnt Maser sein Werk, und wer das Buch liest, dem wird klar warum: Unzählige Legenden haben sich um Hitler und Stalin gebildet und nahezu jeder kennt einige von ihnen: Hitler war Halbjude, war schwul, unzurechnungsfähig und obendrein ein total ungebildeter, arbeitsfauler Idiot. Werner Maser gebührt der Respekt, mit unglaublicher Akribie und Quellenforschung diesen Legenden aufzuspüren und sie zu widerlegen. Schonungslos legt er dabei offen, wie es zu diesen Unwahrheiten bzw. vorsätzlichen Geschichtsfälschungen kam und schreckt auch nicht davor zurück, betreffende Namen zu nennen.Das ganze liest sich fast schon wie eine Art Lexikon, in denen die Unwahrheiten und Irrtümer (Hitlers Leben entsprechend) chronologisch aufgereiht sind, sodass man durchaus im Buch hin und herspringen kann. Bis auf einige Monstersätze (die man 2-3 mal lesen muss um sie zu verstehen) liest sich das ganze wunderbar einfach und flott. Der größte Negativpunkt besteht für mich darin, dass sich das Buch eher um Hitler statt um Stalin dreht. Lügen und Fälschungen Stalin betreffend tauchen meist nur da auf, wo sie in direktem Zusammenhang mit Hitler stehen. Während z.B. auch Gerüchte über Hitlers Jugendzeit analysiert werden, findet sich über Stalin erst etwas ab der Zeit des Nichtangriffspaktes. Hier hätte es durchaus mehr sein können (zumal der Titel dieses suggeriert). Aber davon abgesehen kann das Buch auf voller Linie überzeugen, vor allem Dank Masers akribischer Quellenarbeit. Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass Maser in seinem Buch Originalquellen abbildet. Wer hierbei von Revisionismus spricht, sollte prüfen, ob er wirklich auf der Suche nach der historischen Wahrheit ist, oder einfach nur sein Weltbild bestätigt wissen will. Denn einige Fehlurteile, die Maser aufdeckt, werden dem einen oder anderen (Hobby-)Historiker durchaus nicht passen.Wer also tiefer blicken möchte, als das oberflächliche Hitler war böse, Hitler war krank, ..., der ist mit dem Buch ausgezeichnet bedient.
Die Wahrheit ist verfügbar, aber keiner will sie wissen - Erst vor wenigen Tagen wurde ich Zeuge eines Gespräches in dem einer der Teilnehmer auf Hitler angesprochen selbstsicher darauf hinwies, dass Hitler halb Jude, halb Asiate und ausserdem stockschwul gewesen wäre. Offensichtlich nur ein Beispiel für die haarsträubenden Meinungen und angeblichen Kenntnisse über diesen Mann. Was die historischen Kenntnisse allgemein angeht sieht es nicht besser aus.Werner Maser ist einer der Historiker, denen man wahrlich nicht vorwerfen kann unbegründeten Revisionismus zu betreiben. Eine Tatsache bleibt eine Tatsache und gehört keiner politischen Richtung. Maser belegt zur Genüge, dass endlos viele Unwahrheiten keine Substanz haben, nicht belegbar sind und eher das Gegenteil entweder nachgewiesen oder zumindestens angenommen werden kann.Wenn ein Rezensent weiter unten von tendenziöser und einseitiger Geschichtsschreibung spricht, dann kann er Maser nicht meinen. Vielmehr trifft das wohl auf die eigene Meinung des Rezensenten zu der sich nicht zu peinlich ist Maser vorzuwerfen die Unwahrheit zu propagieren aber dabei selber hanebüchenen Unsinn schreibt wenn er wahrheitswidrig die Bombardierung deutscher Städte damit begründet Deutschland hätte England angegriffen. Die belegbare Wahrheit ist, das England Deutschland den Krieg erklärt hat und auch als erster den anderen bombardierte. Genau diese Art der Geschichtsfälschung oder Geschichtsverwirrung zu korrigieren wird Maser nicht müde seinen Teil beizutragen, was ihn zu einem der wertvollsten Historiker Deutschlands macht.Als Nachschlagewerk gegen all die Dämlichkeiten von Halbweisheiten tausender Möchtegernwissenden ist dieses Buch eine äußerst nützliche Quelle.